ERP Anwendungsentwickler Jobs und Stellenangebote in Berlin
Beruf ERP Anwendungsentwickler in Berlin
Im Maschinenraum der Berliner Wirtschaft: Was ERP-Anwendungsentwicklung bedeutet – und wie es sich anfühlt, anzufangen
Manchmal frage ich mich, wie viele junge, ambitionierte Entwickler in Berlin morgens aufwachen und denken: Heute baue ich ein Stück digitaler Infrastruktur, das keiner sieht – außer der Betriebswirtschaftler, der plötzlich eine Zacke weniger in der Umsatzkurve hat. ERP-Anwendungsentwickler. Kein glamouröser Titel, aber einer, der im Kern das Rückgrat ganzer Unternehmen bildet. ERP klingt für viele nach grauer Theorie, nach SAP-Tristesse, nach Zahlenwüsten. Aber am Ende ist es: der Motor – irgendwo zwischen Staub und Innovation. Und Berlin? Macht daraus sein ganz eigenes Ökosystem, von Start-ups mit ganz viel Noise bis zu Traditionsfirmen, die nie den Anschluss verlieren wollen.
Zwischen Automatisierungshoffnung und Software-Feinmechanik – der Job im Alltag
Was viele unterschätzen: ERP-Entwicklung ist nicht einfach „Programmieren fürs Controlling“. Wer glaubt, hier wird ausschließlich in modrigen Großkonzernen an alter Software geflickt, irrt sich gewaltig. In Berlin, wo die Spree die Wirtschaft regelmäßig durchrüttelt, sind die Anforderungen vielfältig wie ein Flohmarktsonntag. Mal geht es um branchenspezifische Erweiterungen für den Maschinenbau, mal um Cloud-Migration für Lebensmittel-Start-ups, die so sexy sein wollen wie ihre Social-Media-Kampagnen. Und manchmal – wirklich! – landet man in Projekten, die erstaunlich kreativ werden, wenn plötzlich Prozesse automatisiert werden, von denen niemand dachte, dass sie digitalisierbar sind.
Die tagtäglichen Aufgaben? Meist eine Mischung aus Analyse, Entwicklung und dem berühmten, nervtötenden Customizing. Entwicklerinnen und Entwickler entwerfen Schnittstellen, testen Integrationen, reparieren, was im System kraucht – und müssen immer wieder neu denken, sobald das nächste Gesetz, die nächste Datenschutz-Bombe oder irgendein exzentrischer Anwenderwunsch auf die Bühne tritt. Klingt nach Kleinklein. Ja, manchmal stimmt das. Aber man wächst an seinen Herausforderungen – und häufig leise mit ihnen über sich hinaus.
Geld, Perspektive und was Berlin daraus macht
Das leidige Thema Gehalt darf man nicht unterschätzen. Vor allem für Einsteiger. Früher hätten manche HR-Manager in Charlottenburg vielleicht mal locker zu 2.800 € genickt, aber heute – no way. In der aktuellen Berliner Marktlage bewegt sich das Einstiegsgehalt für spezialisierte ERP-Entwickler meist zwischen 3.100 € und 3.600 €. Je nach Branche und Technologie-Schwerpunkt lässt sich das flott in Richtung 4.000 € und darüber entwicklen – sofern man die seltene Kombination aus Prozessverständnis, Entwicklerkönnen und Soft-Skills mitbringt. Wechselwillige mit relevanter Erfahrung und Kenntnissen in modernen Cloud-Systemen oder branchenspezifischen Modulen? Da liegen die Karten noch mal ganz anders: 4.300 € bis 5.200 € gehen in Berlin aktuell locker weg, wenn das Profil stimmig ist. Die Zeiten des Dumping sind jedenfalls vorbei, zumindest im Rennen um die klugen Köpfe.
Zwischen Agilität und Verbortheit: Die Berliner ERP-Szenerie verstehen
Berlin ist nichts für reine Theoretiker. Wer den Effekt der eigenen Entwicklung gern sofort beim Kunden sieht, wird vermutlich eher in kleineren Mittelständlern oder branchennahen Start-ups landen als in trägen Konzernstrukturen. Dafür braucht’s Flexibilität, Frustrationstoleranz – und die Bereitschaft, sich auch mal zwischen Excel-Tabellen und Meeting-Kauderwelsch zu verlieren. Was technisch heute gefragt ist? Klar: Java, ABAP für die Oldschool-Fraktion, Python stärker im Kommen, Webtechnologien sowieso. Cloud-Nähe ist zunehmend Pflicht, Schnittstellen-Know-how ebenso. Und Personalabteilungen reden erstaunlich oft über „kommunikative Intelligenz“ – als ob man sich mit dem Code allein in den Elfenbeinturm zurückziehen dürfte.
Viele Firmen stehen gerade am Scheideweg: Cloud? Legacy-System weiterbetreiben? Beides synchronisieren und hoffen, dass keine Prozessbrüche entstehen? Diese Fragen riechen nach Zukunftsangst – aber sie eröffnen für Entwickelnde, die um die Ecke denken, enormes Gestaltungspotenzial. Ich kenne Kollegen, die reingekommen sind und nach zwei Jahren praktisch Prozessarchitekten waren. Ob das ein Segen oder Fluch ist? Kommt auf die persönliche Neigung an.
Chancen, Fallstricke – und das Berliner Besonderheiten-Menü
Bleibt die Frage: Warum gerade hier, warum jetzt? Berlin hat, das ist nun kein Werbeslogan, eine außergewöhnlich hohe Dichte an Unternehmen mit eigenem ERP-Bedarf: Tech-Agenturen, Lebensmittelhandel, Social-Start-ups, Gesundheitsversorger. Die Landschaft ist für ERP-Entwickler fast unübersichtlich bunt. Weiterbildung? Regelrecht Pflicht, keine Kür. Wer nicht mindestens halbjährlich in neue Module oder neue Frameworks investiert, droht schnell zu versauern. Aber das ist vielleicht auch der Reiz: Wer in Berlin anfängt, entwickelt nicht nur Software, sondern meistens auch das eigene Berufsprofil mit jeder neuen Herausforderung weiter.
Und manchmal, nach Jahren im Geschäft, muss man sich kichernd eingestehen: Die Prozesse, mit denen man sich einst so mühselig herumgeschlagen hat, sind irgendwann das Fundament für den nächsten Technologiesprung. Klingt groß – ist aber meist ein stiller Triumph im Maschinenraum. Oder, wie manche sagen würden: Nichts für Leute, die nur an die Oberfläche wollen. In Berlin schon gar nicht.