Städtische Betriebe Eutin | 23701 Eutin
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Landesamt für Vermessung und Geoinformation Schleswig-Holstein | 23539 Lübeck

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Geoinformation – für viele erstmal ein undurchschaubares Wortungetüm, für einige von uns jedoch der Schlüssel zu einer ziemlich speziellen Welt. Wer in Kiel als Geomatiker startet, merkt schnell: Hier dreht sich alles um Daten, die das Rückgrat von Architektur, Stadtplanung, Naturschutz und sogar der digitalen Verkehrssteuerung bilden. Kiel, das darf man ruhig festhalten, ist mehr als nur der Sprungpunkt nach Skandinavien oder Ziel von Kreuzfahrtschiffen: Für Geomatiker bietet die Stadt – ich übertreibe kaum – ein Nebeneinander von Meeresnähe, Behördenlandschaft und technikbegeistertem Mittelstand, wie es sonst selten ist.
Herauszufinden, was den Alltag als Geomatiker eigentlich ausmacht, ist gar nicht so trivial. Natürlich denkt man an hochmoderne Messverfahren, Drohnen, Satellitenbilder – und all das stimmt irgendwie auch. Aber glauben Sie mir: Wer bei Windstärke 6 mit dem Tachymeter auf einer offenen Baustelle steht, in Sichtweite der Hörnbrücke, dem wird klar, dass der Job nicht nur digital ist. Geodaten werden draußen eingesammelt, aufbereitet, mit GIS-Software veredelt – man pendelt zwischen schwerem Gerät im Regen und hitzigen Diskussionen im Büro. Kiel ist da durchaus ein bisschen Vorreiter, was die Integration von Umwelt- und Klimadaten angeht. Wer also meint, Geomatik sei ein reiner Schreibtischberuf, dem empfehle ich: Erst mal ausprobieren und Gummistiefel nicht vergessen.
Was braucht es für den Einstieg? Keine Wissenschaft, aber auch kein Kinderspiel – Mathe, räumliches Denken und technisches Interesse, das versteht sich. Aber unterschätzt wird oft, wie viel Teamgeist und Hartnäckigkeit gefragt sind. Sicher, das Handwerkliche lässt sich lernen: GNSS-Empfänger zusammenbauen, Laserscanner bedienen, Geodatenbanken pflegen. Aber diese Mischung aus Detailversessenheit und Gelassenheit, die einem Kieler Novemberregen Paroli bietet, die lernt man nicht im Klassenzimmer. Fragt man erfahrene Kollegen, dann hört man öfter: Vorausschau hilft – denn Projekte reichen von städtischen Kanalnetzen bis zur maritimen Navigation. Immer ist das Ziel: aus Daten Übersicht schaffen, für Verwaltung, Bauunternehmen oder Wissenschaftler.
Wie steht’s ums Gehalt in Kiel? Klar, im Vergleich zu Hamburg oder München liegen die Zahlen noch im moderaten Bereich – Einstiegsgehälter starten meist um die 2.800 € bis 3.100 €, mit Erfahrung klettert das durchaus auf 3.500 € bis 4.000 €, je nach Arbeitgeber und Qualifikation. Klingt unspektakulär? Vielleicht. Aber was gern unterschlagen wird: Die Nachfrage ist in städtischen Ämtern und bei Ingenieurbüros ziemlich konstant, Digitalisierung und Smart-City-Visionen setzen ihren Trend fort. Kiel investiert zusehends in offene Geodaten und Klimaanpassung, was regelmäßig neue Projekte anschiebt – und damit sichere Perspektiven für Geomatikerinnen und Geomatiker mit Durchhaltevermögen. Das ist keine Jobrakete – aber eben doch ein solides Fundament, auf dem sich aufbauen lässt.
Noch ein Gedanke zum Abschluss, weil er oft untergeht: Wer hier glücklich wird, ist selten der „reine“ Zahlenmensch, sondern jemand, der gern den Spagat versucht zwischen Natur, Technik und Verwaltung. Kiel hat diesen lakonischen Pragmatismus, den man braucht, wenn Projekte sich im politischen Klein-Klein verlieren. Mal ehrlich: Manchmal ist’s nervig, manchmal unerwartet spannend. Kollegen, mit denen ich gesprochen habe, schätzen besonders die Mischung aus hoher Verantwortung und niedriger Selbstinszenierung. Kein Glamour, aber echte Wirkung. Wer also bereit ist, mit echtem Augenmaß und einer Prise norddeutschem Gemüt an die Sache zu gehen – der wird feststellen: Die Arbeit als Geomatiker in Kiel hat ihren ganz eigenen Charme. Und irgendwann, wenn man es nicht erwartet, erkennt man, dass dieses ständige Ringen um exakte Daten doch überraschend befriedigend sein kann.
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