Finanzwirt Jobs und Stellenangebote in Kiel
Beruf Finanzwirt in Kiel
Zwischen Paragraphen, Menschen und Morgenröte: Finanzwirt in Kiel
Manchmal frage ich mich, ob der Beruf Finanzwirt nicht eine seltsame Art von Chamäleon ist – kaum ausgesprochen, schon denkt der halbe Bekanntenkreis: Steuerfalle, Bürohengst, Nummernschubser. Was viele unterschätzen: Es steckt viel mehr dahinter. Gerade hier in Kiel, wo zwischen den Behördengängen auch mal eine steife Brise vom Hafen durchs Fenster zieht und der Steuerbescheid nicht nur mit Papier, sondern auch mit norddeutscher Gelassenheit erledigt wird. Für Berufseinsteiger und solche, die das Branchen-Karussell verlassen wollen, ist der Beruf erstaunlich vielschichtig – selbst wenn das auf dem ersten Blick nicht zwischen Kaffeemaschine und Finanzamtsflur auffällt.
Arbeitsalltag: Zahlen sind nicht alles, Menschen erst recht nicht
Finanzwirt – das klingt nach Schreibtisch, Taschenrechner, fertig. Stimmt aber nur halb. Wer sich in Kiel ins Getümmel der Steuerverwaltung stürzt, erlebt Überraschungen – und hin und wieder auch ein gepflegtes Kopfschütteln. Klar, vieles dreht sich um Zahlen, Paragraphen, Akten – jemand muss ja wissen, wie die Mehrwertsteuer funktioniert oder was ein Erbfall nach sich zieht. Doch der eigentliche Knackpunkt sind die Menschen: Akten sind stumm, aber Steuerpflichtige nicht. Die Kunst, Fakten zu klären ohne ins Paragraphen-Deutsch zu verfallen, ist eine eigene Disziplin. Das Gespräch am Fenster, das leise Nein zu ungeahnten Steuersparträumen – Routine ist das selten. Und gleich dahinter steckt die nächste Überraschung: Das Aufgabenspektrum wechselt zwischen Prüfungen, Beratungen und, ja, hin und wieder trockener Sachbearbeitung. Aber alles andere als eintönig.
Wie grün ist der Rasen? – Gehalt, Laufbahn, Wirklichkeit
Jetzt aber Tacheles: Wie sieht’s mit dem Gehalt aus? Für Berufseinsteiger pendelt sich das Einkommen in Kiel meist zwischen 2.800 € und 3.200 € monatlich ein, je nach Erfahrungsstand und Einsatzbereich. Wer länger dabei ist, für den ist auch die Region mit 3.500 € bis 3.800 € kein Luftschloss – zumindest, wenn man dranbleibt, weiterlernt, sich nicht im Formularwald verirrt. Natürlich, das ist keine Sparkassen-Luxusrente. Und ja, das Einsteigerpaket macht niemanden zum Millionär. Aber für Kieler Verhältnisse – mit stürmischem Wetter und bisweilen moderaten Lebenshaltungskosten – ist das durchaus solide. Und, man glaubt es kaum: Tarifbindung gibt’s hier wirklich. Für wechselwillige Fachkräfte ist das eines dieser Argumente, das im Windschatten oft zu wenig Beachtung bekommt.
Zwischen Nordlicht und Dienstweg: Kieler Eigenheiten
Regionale Besonderheiten? Wer sich als Finanzwirt nach Kiel verirrt – halt: absichtlich hierher kommt! – merkt früher oder später, dass Norddeutschland seine eigenen Gesetze kennt. Nicht nur wettertechnisch. Die Finanzämter im Land, viele davon um Kiel herum, laufen noch nicht voll digital. Einer fragt sich: Digitalisierung, hallo?! – Tatsächlich, ein waches Auge auf neue Verwaltungssoftware, Schulungen oder gar Pilotprojekte ist Gold wert, gerade auch für Einsteiger mit technischer Affinität. Wer Altgedientes mit digitalen Mitteln schüttelt, wird irgendwann belohnt – oder zumindest freundlich beäugt. Übrigens: Das Miteinander zwischen Altgedienten und Neuen ist oft weniger hierarchisch als in anderen Regionen. „Klare Ansage, kurzes Nicken, und dann läuft das“, so beschrieb es mir mal ein älterer Kollege beim Tee.
Perspektiven: Weiterbildung, Sinn und der lauernde Fachkräftemangel
Stillstand wäre der Tod des Berufs. Auch wenn man gelegentlich das Gefühl hat, alle Fragen seien schon hundert Mal gestellt worden – das stimmt im Detail nie. Wer weiter wachsen will: Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es in Hülle und Fülle. Schulungen zu internationalen Steuerstandards, IT-Kurse, sogar längere Ausbildungen zur Spezialistin oder zum Spezialisten, etwa im Bereich Betriebsprüfung. Kiel ist hier kein verschlafenes Nest – im Gegenteil. Der Leerstand an qualifizierten Kräften sorgt für Bewegung im System: Entwicklungsperspektiven, die vor zehn Jahren noch undenkbar schienen, winken immer häufiger aus der Ferne: „Los, trau dich!“ Und dann kommt zur Überraschung oft das Staunen: Viele unterschätzen die sinnstiftende Komponente – das Gefühl, Teil eines Ganzen zu sein. Oder anders: Steuerverwaltung ist zwar selten Lagerfeuerromantik, aber sicher auch kein lebloser Aktenstapel.