CHRIST Juweliere und Uhrmacher seit 1863 GmbH | 18055 Rostock
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Juwelier Mahlberg GmbH & Co. KG | 28195 Bremen, Kiel, Oldenburg, Timmendorfer Strand
Juwelier Mahlberg GmbH & Co. KG | 28195 Bremen, Hamburg, Kiel, Lübeck

CHRIST Juweliere und Uhrmacher seit 1863 GmbH | 18055 Rostock
Juwelier Mahlberg GmbH & Co. KG | 28195 Bremen, Kiel, Oldenburg, Timmendorfer Strand
Juwelier Mahlberg GmbH & Co. KG | 28195 Bremen, Hamburg, Kiel, Lübeck
Es gibt Berufe, die trägt man nicht stolz wie einen Anstecker auf dem Revers. Uhrmacher – das klingt nach gedämpftem Ticken, alten Werkbänken und feinmechanischer Geduld. Kein Job für Rampenlicht-Jünger oder Menschen, die alles immerzu aufs Tempo drücken. Wenn ich mit Berufseinsteigern oder wechselfreudigen Fachkräften in Rostock spreche, schwebt über allem dieses eine Fragezeichen: Lohnt es sich noch, Uhren zu reparieren – in Zeiten von Handys, Smartwatches und Billigimporten? Und wenn ja, wie lebt es sich als Uhrmacher in einer Stadt, die irgendwo zwischen Hanse-Nostalgie und touristischem Popanz taumelt?
Das Berufsbild des Uhrmachers – ehrlich gesagt, unterschätzen viele, was hier verlangt wird. Es geht nicht nur um Batteriewechsel und Armbandverkürzen am Tresen. Wer sich darauf einlässt, muss mehr können: filigrane Mechanik, Elektronik, Werkstoffkunde; man wird zum Detektiv für Fehler im System, mit Lupe und Schraubenzieher als Werkzeug. In Rostock, so mein Eindruck, überleben die echten Uhrmacher meist nur, weil sie persönliche Beziehungen pflegen – oder anders gesagt: Man lebt von Stammkundschaft, manchmal von Generation zu Generation. Fabrikarbeit? Fehlanzeige. Aber das mag fast schon etwas Tröstliches haben – kein Fabrikband, sondern Handgriff für Handgriff. Ticken hört hier noch jemand zu.
Reden wir nicht um den heißen Brei: Das Gehalt eines Uhrmachers bewegt sich in Rostock, je nach Betrieb und Erfahrung, meist zwischen 2.500 € und 3.100 €. Klingt bodenständig – weder besonders üppig, noch völlig entmutigend; halt solide, wie das Handwerk selbst. Wer Spezialkenntnisse mitbringt, zum Beispiel für Antikuhren oder edle Chronographen, kommt vereinzelt auch auf etwas mehr, aber dabei reden wir von Ausnahmen, nicht von der Regel. Was viele unterschätzen: Anerkennung gibt es selten – jedenfalls keine, die mit goldener Nadel verliehen wird. Kunden sind dankbar, klar, aber auf die gesellschaftliche Bühne schafft es das Uhrmacherhandwerk in Rostock selten. Nicht immer einfach, damit umzugehen. Wer Eitelkeit als Grundbedürfnis mitbringt, sucht besser andere Pfade.
In Rostock sieht man den Wandel – und spürt ihn manchmal im Nacken. Die Technik zieht an. Smarte Uhren und Digitalkram landen auf dem Schreibtisch; das Handgelenk als Präsentationsfläche für das Neueste aus Fernost. Wer Uhrmacher wird, muss heute nicht nur Federhäuser zerlegen, sondern auch Elektronik verstehen. Das ist kein Hexenwerk – aber eben auch kein Spaziergang durch den Rosengarten. Ich hatte neulich die Diskussion am Stammtisch: Zukunftsberuf oder aussterbende Zunft? Mein Zwischenfazit: Wer sich laufend weiterbildet (Stichwort: neue Technologien, Quarzwerke, Wasserdichtigkeit), bleibt gefragt – bei Liebhabern, aber auch bei Werkstätten, die auf Reparatur statt Austausch setzen. Rostock selbst bietet kein Überangebot an Weiterbildung. Aber lokal ist eben auch der Vorteil: Weniger Konkurrenz, mehr direkter Draht zum Kunden.
Was im Schulhof noch Spott einbringt („Uhren?? Die hat doch jeder am Handy…“), gerät im Berufsalltag schnell in Vergessenheit. Da zählt nur noch das Ergebnis, die handwerkliche Sorgfalt – und keine App kann den instabilen Kontakt einer Vintage-Automatikuhr beheben. Das wissen manche erst, wenn sie ihre Familienuhr wieder in Händen halten. Die Wahrheit ist: Wer Uhrmacher in Rostock wird, wählt einen Beruf, der Geduld und Fingerspitzengefühl fordert, ohne pompösen Applaus, aber mit ehrlichem Handwerksethos. Manchmal fragt man sich, warum Leute sich das freiwillig antun. Und trotzdem – oder gerade deswegen – tauchen sie am nächsten Morgen wieder auf, mit Staub auf der Werkbank, kritischem Blick auf den Minutenzeiger und einem kleinen Stolz tief in sich drin. Was bleibt? Keine Garantie auf Glanz – aber wer will das schon?
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