TÜV SÜD AG | 10115 Berlin
- Relevanz
- Titeltreffer
- Datum
TÜV SÜD AG | 10115 Berlin
TÜV SÜD AG | 14461 Potsdam
TÜV SÜD AG | Schönefeld
TÜV SÜD AG | 15344 Strausberg
TÜV SÜD AG | 16515 Oranienburg
TÜV SÜD AG | 10115 Berlin
TÜV SÜD AG | 10115 Berlin
TÜV SÜD AG | 14461 Potsdam
TÜV SÜD AG | Schönefeld
TÜV SÜD AG | 15344 Strausberg
TÜV SÜD AG | 16515 Oranienburg
Wie definiert man eigentlich diesen Beruf, den Techniker in der Kraftfahrzeugtechnik? Zwischen Werkbank, Diagnosegerät und den eigensinnigen Geräuschen eines Motors, der sich bitteschön nicht an die Fehlerdatenbank hält? In Berlin begegnet einem diese Frage auf Schritt und Tritt. Im Kiez stehen E-Autos neben alten Transportern, und irgendwo brummt immer noch ein Zehn-Tonner über die Stadtautobahn. Dabei fehlt zwischen Spandau und Adlershof der klassische „Normalfall“ – das gilt für Technik ebenso wie für Biografien. Ehrlich: Wer mit einem Fuß noch im analogen Zeitalter steckt und mit dem anderen schon die Fahrassistenzsysteme eines E-SUV durchkämmt, weiß, dass Routine hier eine aussterbende Art ist. Oder überhaupt je existierte?
Wer hier als Techniker anheuert – ob frischgebacken oder mit ordentlich Berufserfahrung – merkt rasch, dass klassische Drehmomentschlüssel längst nicht mehr das Maß aller Dinge sind. Das Multimeter ist zum ständigen Begleiter geworden, der Laptop sowieso. Einmal ehrlich: Niemand gibt laut zu, dass eine Update-Schleife am vernetzten Bussystem länger dauern kann als die Reparatur des Keilriemens früher. Mein Eindruck? Der eigentliche Reiz des Jobs liegt heute genau da – in der Melange aus handfester Mechanik und digitaler Fehlersuche, irgendwo zwischen Rußpartikel und Cursorblick. In Berlin, mit seinen zahllosen Flotten, dem Dauerstau und dem Hang zu ungewöhnlichen Mobilitätsexperimenten, landet diese Entwicklung mit voller Wucht auf den Hebebühnen.
Zugegeben: Viele Werkstätten ringen händeringend um technisch versierte Leute. Die Nachfrage pendelt zwischen inhabergeführten Traditionsbetrieben, spezialisierten Werkstätten für alternative Antriebe und großen Filialketten, die gern mal vermuten lassen, das Leben sei eine Service-Checkliste. Was viele unterschätzen: Gerade Berlin lebt von den Nischen. Wer sich mit Hochvolt-Systemen auskennt oder im Flottenmanagement improvisieren kann, hat oft die Nase vorn – wenigstens für den Augenblick. Die Gehälter? Nun, Illusionen sollte man sich keine machen: Häufig bewegen sie sich beim Einstieg im Rahmen von 2.800 € bis 3.100 €, mit Entwicklungsmöglichkeiten bis etwa 3.600 € je nach Qualifikation und Verantwortung. Ob das „gut“ ist, wird gern am Stammtisch diskutiert. Aber für Berliner Verhältnisse, mit all ihrem Kostendruck, ist das solide, wenngleich kein Lottogewinn.
Die Kehrseite dieser Vielseitigkeit? Stillstand kennt der Beruf kaum. Wer E-Mobilität, Digitalisierung und Abgasnormen – immerhin ein halbes Dutzend in den letzten zehn Jahren – ignoriert, wird zum Fossil. Tatsächlich rauft sich so mancher die Haare beim dritten Software-Lehrgang des Jahres. Aber: Die Branche in Berlin ist in Bewegung, und die Weiterbildungsangebote ziehen nach. Schulungen zu Diagnosetechnik, Hochvoltsicherheit oder Wasserstoffantrieben gehören fast schon zum guten Ton. Vielleicht ist das der Preis (oder der Lohn?) dafür, mitten im Großstadttrubel die Nase vorn zu behalten.
Oft – das ist vielleicht typisch Berlin – entscheiden nicht nur Zertifikate, sondern Durchblick, Erfahrung aus der Werkstatt und ein bisschen Dickschädel. Techniker in der Kraftfahrzeugtechnik sind keine reinen Theoretiker, aber eben auch keine reinen Schrauber. Viele kommen aus der Praxis; einige sind Autodidakten, andere Nerds, wieder andere Pragmatiker mit der berüchtigten Spürnase für „unerklärliche Fehler“. Umdenken ist Alltag: Morgens defekter Zündtrafo beim Hybrid–nachmittags Fehler im CAN-Bus des Carsharers.
Berlin bleibt Experimentierfeld – für Technik, Gesellschaft und Geschäftsmodelle. Autonomes Fahren, Sharing-Konzepte, emissionsfreie Zonen. Wer Techniker werden will (oder schon ist), muss Lernbereitschaft mitbringen und den Mut, auch nach dem dritten Systemabsturz nicht alles infrage zu stellen. Kurzum: Wer Lust hat auf technische Gratwanderung – zwischen Laptop, Ratsche und rauem Stadtbetrieb – ist hier genau richtig. Ein Job, der selten langweilig wird. Vielleicht auch deshalb, weil man jeden Tag neu austarieren muss, wie viel Routinebetrieb dieses Chaos eigentlich verträgt. Und manchmal fragt man sich: Ist das nicht gerade die schönste Form von Werkstattleben?
Das könnte Sie auch interessieren