Universitätsklinikum Bonn | 53111 Bonn
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Universitätsklinikum Bonn | 53111 Bonn
Sanvartis GmbH | 47051 Duisburg
| 42275 Wuppertal
Uniklinik RWTH Aachen | 52062 Aachen
Diakonie Bethanien gGmbH | 42651 Solingen

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Das Wort „Medienassistent“ klingt, als stecke dahinter ein Tausendsassa, der kreativ und technisch irgendwie alles kann. Und – wenigstens halbehrlich – ein bisschen ist es ja auch so: Bildbearbeitung, Ton, Kamera, Layoutfragen, ein Griff in die IT-Kiste oder ein Gespräch mit der PR. Klar, die ganz große Bühne kriegen eher die Art Directors, aber die Musik spielt, wer Technik im Griff und die Ohren am Puls der Branche hat. Gerade in Aachen, dieser kompakten Stadt am Dreiländereck, bekommt das Berufsbild ein paar ganz eigene Farbkleckse. Manchmal glitzert’s sogar ein bisschen innovativer als anderswo – aber der Teufel steckt oft im regionalen Detail.
Wer als Medienassistent einsteigt – ob frisch von der Berufsfachschule oder mit einem Sprung aus einem anderen Medienberuf –, erlebt oft die vollständige Palette von Projekten, die sonst nach Fachmann schreien. Manchmal ist es ein Podcast-Zusammenschnitt für ein städtisches Kulturprojekt, dann wieder das Erstellen von Webinhalten für Forschungsinstitute oder die flüsterleise DTP-Arbeit für kleinere Agenturen. Die Bandbreite ist bemerkenswert. Wer sich davon einen monotonen Alltag verspricht, kennt vermutlich Aachen nur vom Bahnhof.
Nicht zu unterschätzen: Der Spagat zwischen Alt und Neu. Während etablierte Medienhäuser und Wissenschaftseinrichtungen weiterhin ihre Printprojekte fahren, schießen digitale Startups oder die ein oder andere crossmediale Produktionsbude wie Pilze aus dem feuchten Aachener Boden. Fluch und Segen in einem, denn Standardaufgaben gibt’s kaum noch – aber Routine entsteht eben erst, wenn man gefühlt alles einmal gemacht hat. Sattelfest in Adobe, stressresistent beim Drehen und überraschungsbereit am zweiten Monitor – ohne diese Mischung wird’s eng.
Reden wir nicht drum herum: Die Gehälter sind, verglichen mit anderen medientechnischen Berufen, in Aachen weder Traum noch Albtraum. Der Einstieg liegt meist zwischen 2.300 € und 2.800 €, je nach Betrieb und individuellen Kenntnissen. Speziell im engen Agenturumfeld, wo flache Hierarchien und Vielseitigkeit gefragt sind, ist der Sprung auf 3.000 € bis 3.400 € möglich – aber selten ein Selbstläufer. Öffentliche Einrichtungen und traditionsreiche Medienhäuser zahlen oft solide, aber seltenst überdurchschnittlich. Was viele unterschätzen: Gerade kleine Agenturen und Uniprojekte zahlen zwar weniger, eröffnen aber häufig mehr Kreativspielraum und gestatten die raschere Übernahme verantwortungsvoller Aufgaben. Luxus? Nicht wirklich, wenn man die Mietpreise kennt.
Und irgendwann fragt man sich: Aufstieg oder raus hier? Die Wege zur Spezialisierung bestehen, keine Sorge, aber sie verlaufen selten schnurgerade. Wer Fotografie, Motion Design oder Schnitttechnik im Blut hat, sollte die Fortbildungen der Rheinischen Akademien ins Auge fassen – modular, praxisnah, regional vernetzt. Aber ganz ehrlich: Wer den Ehrgeiz hat, lässt sich die Qualifikation sowieso nicht vorschreiben. Was zählt, ist weniger das Papier, sondern die Referenz auf der Festplatte.
Aachen bringt eine fast schon paradoxe Dynamik mit: Als Hochschulstadt mit RWTH, FH und einem unverschämt aktiven studentischen Kulturleben mischen sich kreative Nachwuchsteams mit technischer Präzision. Das ist Segen und Herausforderung, denn die Konkurrenz um Projekte ist spürbar, und wer meint, ohne ständiges Lernen durchzukommen, irrt sich gewaltig. Projekterfahrung ist Gold wert, aber manchmal darf’s auch einfach ein improvisierter Aftermovie sein, der den Unterschied macht. In kleinen Studios, PR-Abteilungen der Forschungseinrichtungen oder dem städtischen Kulturbetrieb – Medienassistenten pendeln oft wie Chamäleons zwischen Fremd- und Eigenregie, Impro und Prozess.
Die Digitalisierung? Natürlich ist sie allgegenwärtig, aber sie wirkt in Aachen nicht wie das große Damoklesschwert, sondern eher als dezenter, aber konsequenter Innovationsmotor. Hybridproduktionen für Veranstaltungen, mobile Medienformate und Social-Media-Content direkt aus dem Labor zu schneidern – wer hätte das vor zehn Jahren geglaubt? Kurzer Einschub: Ich jedenfalls nicht.
Der Einstieg als Medienassistent in Aachen? Ist ein bisschen wie Jonglieren auf Kopfsteinpflaster. Wer sich durchbeißt – geistig beweglich und an Technik wie am Menschen interessiert –, kann sich hier einen Platz sichern, der Langeweile zuverlässig vertreibt. Die Gehälter reißen selten Bäume aus, aber der Weg zu inhaltlicher Verantwortung ist deutlich schneller passierbar als in den Riesenhäusern der Medienmetropolen.
Meine Empfehlung für alle, die frischen Wind suchen: Offen sein, regionale Eigenarten nicht unterschätzen und, ja, sich trauen, mal quer zu denken. Keine Raketenwissenschaft, aber eben auch kein Spaziergang.
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