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Man könnte meinen, digitale Medien – das sind hippe Start-ups am Prenzlauer Berg oder Hightech-Coworking-Spaces in München. Doch, Überraschung: Auch im westfälischen Hamm tickt die Branche, leise, aber mit eigener Handschrift. Wer als Entwickler für digitale Medien hier sein Ding machen will, sollte wissen: Hamm ist keine Spielwiese für Luftschlösser – und auch kein Testlabor für glatte Agenturträume. Hier trifft Handwerk auf Ingenieurslogik, Code auf die Alltagswirklichkeit mittlerer Unternehmen. Das klingt alltäglich? Falsch geraten. Denn gerade dort, im Zwischenraum, entsteht die eigentliche Magie – vorausgesetzt, man geht mit einigermaßen offenen Augen durch die Welt.
Was heißt Entwicklerin oder Entwickler für digitale Medien eigentlich konkret? Klar, irgendwas mit Webseiten – aber das ist nur der Aufschlag. Im Alltag ist der Job ein Tanz auf mehreren Hochzeiten: responsive Frontends, Backend-Logik, Schnittstellen zum Warenwirtschaftssystem. Dazu kommt reichlich Konzeptarbeit mit Kunden, die einerseits „frischen Wind“ wollen und andererseits panisch reagieren, wenn sich das Layout zu stark verändert. In Hamm verschieben sich die Schwerpunkte: Viel Mittelstand, viele Familienbetriebe – die suchen keine fancy Social-Media-Gimmicks, sondern praxistaugliche Lösungen. Ein Webshop, der auch auf dem Handy läuft, ein optimierter Buchungsprozess, vielleicht eine App für die Außendienstler. Manchmal – hat man den Eindruck – ist der Code Nebensache; wichtiger ist, dass die Lösung robust funktioniert.
Eines vorweg: Die Zeiten, in denen Entwicklerinnen und Entwickler von digitalen Medien in Hamm von der Welle der Digitalisierung automatisch mitgetragen wurden, sind vorbei. Der Fachkräftemangel – ja, der ist real, aber nicht grenzenlos. Wer mit guten Framework-Kenntnissen, einem Auge für UI/UX und solider technischer Basis einsteigt, hat in der Region vernünftige Chancen. Allerdings: Wer sich ganz auf trendy Leuchtturmprojekte freut, der wird hier öfter enttäuscht. Es sind vielmehr interne Digitalisierungsprojekte, langwierige Modernisierungen, ERP-Anbindungen – Arbeit, die selten im Rampenlicht steht, aber wichtig ist. Die Gehälter? 2.800 € bis 3.400 € beim Einstieg sind in Hamm möglich, besonders wenn man auch die Unternehmensgröße bedenkt. Mit Erfahrung oder Spezialisierung rücken 3.500 € bis 4.200 € in realistische Nähe, wobei es – Hand aufs Herz – große Sprünge nach oben seltener gibt als in Ballungszentren. Dafür reizt die Lebensqualität (viel Grün, wenig Egogehabe, kurze Wege).
Viele fragen sich: Gibt es hier vor Ort überhaupt Möglichkeiten, Fuß zu fassen – und zu wachsen? Sicher, der klassische Weg führt meist erst in Werbeagenturen oder IT-Dienstleister, die lokale Industrie aber schielt längst auf die Digitalen. Wer den Sprung in klassische Unternehmen schafft, übernimmt Verantwortung – ist plötzlich Ansprechpartner für Prozesse, die vorher niemand digital gedacht hat. Das bringt Freiraum, aber auch Druck: Wenn etwas schiefgeht, gibt’s keinen Online-Support, sondern den Chef an der Tür. Weiterbildungen? Die gibt’s, oft in Kooperation mit regionalen Bildungsträgern. Was viele unterschätzen: Wer bereit ist, thematisch in unbekanntes Gelände zu investieren – etwa in neue CMS-Systeme, Datenbanken oder mobile Frameworks – wird kaum lange auf dem Abstellgleis stehen. Im Gegenteil. In Hamm gilt: Wer zeigt, dass er komplexe Anforderungen pragmatisch lösen kann, wird gebraucht – und oft schneller akzeptiert als anderswo.
Was Hamm auszeichnet? Es ist die Mischung aus Bodenständigkeit und unterschätztem Innovationsgeist. Hier begegnen sich Schreiner und App-Entwicklerin im Supermarkt – und beide wissen, dass das eine vom anderen mehr Ahnung hat, als der Mainstream vermutet. Die Szene ist klein, kennt sich – und bleibt oft still. Offen für Neues, aber keine Show. Wer mit Ellenbogenmentalität auftritt, bleibt meist draußen. Gerade Berufseinsteiger sollten die leisen Signale lesen – und keine Angst haben, auch mal zuzugeben, wenn sie etwas nicht wissen. Vielleicht wirkt das pragmatisch – aber das ist ja die Stärke. Manchmal frage ich mich selbst, wie viele Chancen liegenbleiben, nur weil Fachkräfte glauben, es gehe immer nur um Tools oder aktuelle Frameworks. Es sind Beziehungen, Alltagslogik und der Wille, Lösungen zu bauen, die am Ende zählen.
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