W. Hundhausen Bauunternehmung GmbH | 57072 Siegen
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Wahnbachtalsperrenverband | 53721 Siegburg
Munk + Schmitz Oberflächentechnik GmbH + Co. KG | 50667 Köln
thyssenkrupp | 44135 Dortmund

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Man kennt das Bild: irgendwo am Rand einer Baustelle dreht sich behäbig eine gewaltige Trommel, daneben ein Bedienstand – meist besetzt von jemandem, der weder nach Büro-Schreibtisch noch nach architektonischem Feingeist aussieht. Wer in Hagen als Betonmischmaschinenführer unterwegs ist, der weiß: Hier steht kein Anzugträger am Regler. Der Job hat, offen gesagt, mehr von „Making of Infrastruktur“ als von „Big Business“. Und trotzdem. Gerade dazwischen liegt viel Verantwortung – für Material, Menschen, Maschinen. Manchmal unterschätzt man das. Und manchmal, das gebe ich zu, nervt es auch, wie wenig Leute überhaupt wissen, was da genau passiert.
Betonmischmaschinen bedienen heißt eben nicht nur: Knöpfchen drücken und warten, bis der Zement fertig ist. Es geht um Materialkenntnis, Technikgefühl – und einen gewissen Sturkopf, der beim dritten Defekt am Hydraulikzylinder nicht gleich aufgibt. Zusammensetzen, abwiegen, Mischung steuern. Am besten so, dass der Beton am Ende der Vorgaben entspricht, und nicht irgendeinen Pampeklops ergibt. Sogar in Hagen, wo im Jahr 2023 gefühlt auf jeder zweiten Ecke gebaut, gebaggert oder erneuert wird, wechselt kaum einer nach ein paar Wochen freiwillig den Beruf. Man wächst rein oder merkt: zu viel Lärm, zu viele Verantwortungsspiele, zu viele Frühschichten, zu wenig Sitzenbleiben. Ganz ehrlich: Büro ist das nicht.
Hagen ist rau, industriell, zwischen Eisenbahnyard, Gewerbegebiet und Aktienstraße zu Hause. Wer hier morgens auf das Firmengelände kommt, riecht nicht nach Vorlage, sondern nach Mörtel, Diesel und so einem Hauch von nassem Wetter. Oft genug überschneiden sich die Wetterapp und der Baustellenplan so unglücklich, dass die Schichtlänge – theoretisch fix – in der Praxis ziemlich schnell zu einer Frage der Nervenstärke wird. Spätestens wenn zum dritten Mal am Vormittag ein Werkleiter aus dem Industriegebiet am Telefon hängt: „Brauchen die Lieferung jetzt, Kollege, nicht nachher!“
Natürlich gibt es inzwischen Steuerpulte, Sensorik, halbautomatische Dosier-Systeme – das digitale Zeitalter macht schließlich auch vor der Betonmischtechnik nicht halt. Freilich, in der Praxis bleibt oft genug die Erfahrung ausschlaggebend, nicht die App. Was nützt die schönste Automatik, wenn sich das Bindemittel durch den nächtlichen Temperatursturz verändert und plötzlich alles anders läuft als geplant? Wer weiß, woran man einen „falschen“ Mörtel riecht oder die Konsistenz schon am Schaufelgeräusch erkennt, hat hier oft einen Vorteil, von dem kein Handbuch der Welt spricht. Ich habe es erlebt. Technik kann Segen sein – oder Ärgernis.
Klartext: Wer als Einsteiger in Hagen unterwegs ist, startet oft im Bereich von 2.500 € bis 2.900 € monatlich – Tendenz steigend, je nach Betrieb, Erfahrung oder Schichtzulage. Wer Erfahrung mitbringt, landet nicht selten im Bereich von 3.100 € bis 3.600 €. Reicht das aus? Kommt darauf an – welche Ansprüche, Familie, Lebensweise. Sicher ist aber: Die Zahl derer, die soliden Beton für anspruchsvolle Bauprojekte erzeugen können, sinkt langsam, während der Bedarf nach wie vor stabil bleibt. Die großen Betonwerke am Rand der Stadt klagen schon heute über Fachkräftemangel – und das ist keine leere Floskel. Was viele unterschätzen: Wer in der Mischung zwischen Technik, Handarbeit, Verantwortung und – ja, manchmal auch Schmutz – klarkommt, erarbeitet sich nicht nur ein Gehalt, sondern auch eine gewisse Unabhängigkeit von konjunkturellen Schwankungen. Wenn die Wirtschaft wackelt, wird trotzdem gebaut.
Manchmal – das gebe ich offen zu – fragt man sich, ob der Ausdruck „stille Helden des Alltags“ überhaupt noch irgendwo passt. Aber Fakt ist: Ohne die Frauen und Männer an der Betonmischmaschine sähe Hagen viel, sehr viel grauer aus. Unfertig. Rau, aber eben nicht lebendig. Für mich persönlich bleibt das Gefühl, dass hinter jeder gegossenen Wand ein ganzes Stück eigensinnige Fachlichkeit steckt – und im Schichtwechsel die Gewissheit, dass dieser Beruf in Wahrheit nie ganz altmodisch werden wird. Mag sein, dass andere anders denken. Ich für meinen Teil sage: Fremde loben den Dom, wir wissen, wer das Fundament gemacht hat.
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