
Bauwerksabdichter Jobs und Stellenangebote in Berlin
Beruf Bauwerksabdichter in Berlin
Zwischen Dichtschlämmen und Dachkanten – Warum Bauwerksabdichter in Berlin nicht untergehen
Wer meint, Berlin sei eine ewige Baustelle, der irrt nur dann, wenn er die Stadt als fertig betrachtet. Alles andere wäre fahrlässig. Von außen betrachtet, sind Bauwerksabdichter bei diesem urbanen Wettrennen um neue Häuser, erneuerte Nachkriegsbauten und dichte Keller so etwas wie die unsichtbaren Lebensretter im Hintergrund. Manchmal fragt man sich schon, ob es überhaupt einen besseren Zeitpunkt gab, in diesen Beruf einzusteigen – auch als Quereinsteiger oder Umsattler. Altmacher verschwinden allmählich, Nachwuchs gibt es deutlich zu wenig (wundert mich übrigens nicht) und die Baukonjunktur pulsiert weiter – Schwankungen hin oder her. Wer also Hände und Kopf nicht scheut, trifft in Berlin auf ein Feld, das so offen ist wie ein undichter Keller im Februar.
Der Alltag: Nedelarbeit im Großen – und manchmal richtig dreckig
Als Bauwerksabdichter denkt man nicht ständig an glatte Oberflächen. Im Gegenteil: Vieles ist bröckelig – und bleibt es auch, wenn man nicht ordentlich nachschmiert. Die typischen Aufgaben? Flachdächer mit Bitumenbahnen bekleben, Brückenfugen dichten, Kellerwände vor dem berühmten Berliner Grundwasser schützen, das spätestens im Spätherbst aus allen Ecken drückt. Polyurethanharze, Horizontalsperren, elastische Dichtbänder: Das Materiallager kennt von Hightech bis Handwerk noch alles. Besonders bei Sanierungen von Altbauten – und davon gibt es im Berliner Zentrum mehr als man als Berufsanfänger ahnt – staunt man, aus welchem Jahrzehnt die „Bestandsdichtung“ manchmal stammt. Da hilft oft nur noch Kreativität – und ein bisschen Geduld, wenn’s wieder länger dauert.
Meine Lohnabrechnung: Kein Geheimnis, aber auch kein Lottogewinn
Jetzt mal ehrlich: Man wird als Bauwerksabdichter in Berlin aktuell nicht reich, aber auch nicht arm. Die meisten steigen irgendwo zwischen 2.700 € und 3.000 € ein, wobei die Spannbreite nach oben überraschend offen ist, wenn Zusatzqualifikationen (Abdichtungstechnik, Gerüstbau, Fliesenlegearbeiten) ins Spiel kommen. Erfahrene, die gar nicht mehr so leicht aufzutreiben sind (Stichwort Fachkräftemangel), sehen Beträge bis zu 3.500 €, manchmal knapp darüber. Ich gebe zu: Wer hohe Lohnschwankungen nicht mag, muss sich umstellen. Mal gibt es Zuschläge für Wochenenddienste – je nach Bautempo und Ausschreibung. Mal bleibt die Baustelle bis Frühjahr still, und dann fliegen im Sommer die Arbeitsstunden wie Berliner Spatzen durch den Dachstuhl. Sicher ist: Wer Verantwortung übernimmt und zusätzliche Lehrgänge mitnimmt (z. B. Abdichtungsnachweise, Brand- oder Schimmelschutz), kann deutlich punkten – und nicht nur auf dem Konto.
Berliner Besonderheiten: Matsch, Metropole, Megabaustellen
In keiner deutschen Stadt knallen Wasserader, Altbau, Großstadttrubel und technische Innovationen so eigenartig hart aufeinander wie in Berlin – jedenfalls fühlt es sich für uns in der Praxis oft so an. Feuchtigkeit kommt in Berlin selten nur von außen, der Grundwasserspiegel macht vielen Altbauten zu schaffen. Wärmedämmung, Denkmalschutz, Fassadenmodernisierung: Wer sich auf neue Techniken einlässt und ein dickes Fell für Bürokratiewellen hat (Anträge, Begutachtungen, manchmal endlose Standzeiten), der findet hier Kuriositäten am laufenden Band. Neulich erst – Sanierung einer ehemaligen Brauerei im Friedrichshain. Zwei verschiedene Kellergewölbe, uraltes Klinkermauerwerk, neue elastische Dichtung – und dann versagt das frisch gegossene Dehnfugelement, weil eine Kanüle im Beton übersehen wurde. Alles zurück auf Null. Manchmal hilft nur Schulterzucken.
Wer sich fragt: Lohnt das Ganze? – Seltsamerweise meistens ja.
Wer Beständigkeit sucht, wird in Berlin mit jedem feuchten Herbst neu bestätigt. Was viele unterschätzen: Abdichten ist längst mehr als Dichtungsmasse und Heißluftföhn. Inzwischen steckt da im Ernst ein gutes Stück Technik, Materialkunde und auch Eigenverantwortung drin. Wer bereit ist, mal mit den Schuhen im Matsch zu stehen und beim nächsten Projekt dann ein energieeffizientes Dach zu versiegeln, der langweilt sich selten. Und trotz all des praktischen Ärgers – Bauwerksabdichter bleiben gefragt. Immer. Vielleicht nicht auf dem Titelblatt, aber wer will schon immer im Rampenlicht stehen? Mein Fazit: Ein Beruf mit Zukunft, Ecken, Kanten und – das darf man nicht vergessen – dem leisen, aber wichtigen Verdienst, dass ohne uns in Berlin mehr absäuft, als man denkt.